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Unser Köln

Die „Kölner Woche“

Klaus Hausmann, Wegen de Leut media · 19.08.2026

Beim Reklameumzug zieht eine Gruppe des Kölner Zoos durch die Weyerstraße. Fotoabzug aus dem Archiv Martin Junkersdorf, Teil des historischen Archivs der WEGEN de LEUT media, Klaus Hausmann

Beim Reklameumzug zieht eine Gruppe des Kölner Zoos durch die Weyerstraße. Fotoabzug aus dem Archiv Martin Junkersdorf, Teil des historischen Archivs der WEGEN de LEUT media, Klaus Hausmann

Was haben 4711, die Firma Biergans und Kamele aus dem Zoo gemein? Sie waren mitten in der Wirtschaftskrise auf einem Umzug durch Köln unterwegs. Kommen Sie mit in das Köln des Jahres 1932.

Köln 1932. Die Stadt war zu dieser Zeit in einer wirtschaftlichen Depression gefangen. Sie war die Folge der 1929 in den USA ausgelösten Weltwirtschaftskrise.

Weltwirtschaftskrise in Deutschland

Die Industrie, die Geschäftsleute, die Gastronomie mit den ehemals in den „Goldenen Zwanzigern“ brummenden Etablissements hatten finanzielle Schwierigkeiten. Die Bürgerinnen, die Bürger, besonders die Kinder, litten unter dem wirtschaftlichen Stillstand, der Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt unter einer um sich greifenden Perspektivlosigkeit.

Dem stemmte sich der „Kölner Verkehrsverein“ entgegen. Er plante und realisierte eine damals beispiellose Großveranstaltung, die „Kölner Woche“. Dafür brachte der Verein die Gewerbetreibenden, die Stadt Köln und sogar den Kölner Zoo an einen Tisch. Man wollte ein Zeichen gegen die Depression setzen und einen über Köln hinausgehenden Impuls zur Überwindung des Stillstands geben.

Ein Umzug begeisterte die Presse

Den Auftakt der „Kölner Woche“ bildete der Reklameumzug am 8. Mai 1932. Viele Firmen, Marken, Gastronomiebetriebe und der Kölner Zoo dekorierten Wagen, kostümierten fantasievolle Gruppen und zogen in diesem bis dahin in Köln beispiellosen Zug durch zum Teil aufwendig geschmückte Straßen.

Dabei warfen viele Teilnehmer Werbeartikel in das begeisterte Publikum, das sich an den Rosenmontagszug erinnert fühlte. Der war wegen der Wirtschaftskrise schon zweimal ausgefallen. Der Umzug wurde ein voller Erfolg, über den die Tagespresse ausführlich berichtete.

Eine Woche mit tollen Angeboten

Danach gab es einen bis zum 14. Mai andauernden Schaufensterwettbewerb, bei dem die Kölner Geschäftsleute mit ihrer Dekoration wetteiferten. Dazu gab es viele Sonderangebote, erweiterte Geschäftszeiten, besondere Theatervorstellungen, verbilligte Eintrittspreise fürs Hänneschen, ein Volksfest der Kölner Schützen, eine Ausstellung und eine Stadtbeleuchtung am Abend, wie sie letztmalig zur Messe „Pressa“ 1928 zu erleben war.

Die Bahnen der Stadt Köln boten zur „Kölner Woche“ erstmalig ein Tagesticket für Fahrten durch die ganze Stadt für 50 Pfennige an. Das Experiment war so erfolgreich, dass das Tagesticket bis heute von der KVB angeboten wird.

Vergessene Erinnerungen im Foto-Archiv

Alles in allem waren die Veranstalter mit dem Ergebnis zufrieden. Das fand sogar bis ins damalige politische Berlin ein lobendes Echo für den Kölner Lebenswillen, der sich gegen die Krise stemmte. Die bereits frühzeitig begonnene Planung für eine Wiederholung im Jahr 1933 verlief durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die Absetzung des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer im Sande.

Durch die anschließenden folgenschweren Ereignisse wurden die „Kölner Woche“ und der spektakuläre Reklameumzug schließlich vergessen. Bis man acht unbekannte Fotografien im „Archiv Martin Junkersdorf“ entdeckt hat und ihr vergessener Inhalt ans Licht geholt wurde.

Sehen Sie hier die wiederentdeckten Fotografien in einem Video auf YouTube (13.26 min):

Quelle: Wegen de Leut media / YouTube


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Tags: 30er Jahre , Archiv , Fotografie , Historie , Kölner Zoo , Stadtgeschichte , Unternehmen , Wirtschaftskrise

Kategorien: Kultur , Unser Köln